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3. Server

In der Informatik ist ein Server (englisch server, wörtlich Diener oder Bediensteter, im weiteren Sinn auch Dienst) ein Computerprogramm oder ein Gerät, welches Funktionalitäten, Dienstprogramme, Daten oder andere Ressourcen bereitstellt, damit andere Computer oder Programme («Clients») darauf zugreifen können, meist über ein Netzwerk. Diese Architektur wird als Client-Server-Modell bezeichnet.

Dabei hat Server zwei verwandte, aber unterschiedliche Grundbedeutungen:

  • Ein Server als Software ist ein Programm, das im Client-Server-Modell mit einem anderen Programm, dem Client (englisch für Kunde), kommuniziert. Der Client kann dadurch bestimmte, von der Server-Software bereitgestellte Funktionalitäten nutzen, zum Beispiel Dienstprogramme, Netzwerkdienste, den Zugang zu einem Dateisystem oder einer Datenbank.

  • Ein Hardware-Server (auch Hostrechner) ist ein Computer, auf dem ein oder mehrere Server (Software) laufen.

Diese Doppeldeutigkeit des Begriffs Server führt in einigen Fällen zu Verwirrung, da die Bezeichnung häufig in einer Form verwendet wird, in der schwer erkennbar ist, ob der Hardware- oder der Software-Aspekt gemeint ist.

In der ursprünglichen Bedeutung des Wortes in der Informatik ist ein Server ein Computerprogramm, das einen Dienst (engl. Service) anbietet. Im Rahmen des Client-Server-Modells kann ein anderes Programm, der Client («Kunde»), diesen Dienst nutzen. Client und Server laufen als Programme typischerweise auf verschiedenen Rechnern, seltener auch auf demselben Rechner. Ein Webbrowser wie Google Chrome oder Microsoft Edge ist beispielsweise ein Client mit dem eine Anfrage an einen Webserver gestellt wird, der ihm eine Antwort zurückgibt.

Der Server ist in Bereitschaft, um jederzeit auf die Kontaktaufnahme eines Clients reagieren zu können. Die Regeln der Kommunikation (Format, Aufruf des Servers und die Bedeutung der zwischen Server und Client ausgetauschten Daten), nennt man Protokoll; diese Regeln sind jeweils für einen Dienst festgelegt.

Allgemein kann das Konzept ausgebaut werden zu einer Gruppe von Servern, die eine Gruppe von Diensten anbieten, Beispiele: Mail-Server, (erweiterter) Web-Server, Applikations-Server, Datenbank-Server.

Da in der Praxis Server meist gesammelt auf bestimmten Rechnern laufen, hat es sich eingebürgert, diese Rechner selbst als Server zu bezeichnen. Beispiele: Mailserver, Webserver oder Applikationsserver.

Server

Im Sprachgebrauch für Software-Server und -Clients hat es sich eingebürgert, diesen die Fähigkeiten zuzuschreiben, die eigentlich von der Hardware bereitgestellt werden. So nimmt in diesem Sprachgebrauch bspw. die Client-Software mit der Server-Software Kontakt auf, obwohl sie dazu nur durch die Hardware befähigt wird. Man abstrahiert also vollkommen von der Art und Weise, wie die Verbindung technisch realisiert wird, und davon, welche und wie viele Rechner an diesem Ergebnis beteiligt sind. So können sich bspw. beide (Client und Server) auf demselben Rechner befinden, über ein Kabel oder auch über das Internet verbunden sein.

3.1 Arten von Servern

Art Beschreibung
Application-Server Ein Application-Server stellt Anwendungen zentral bereit. Ein Client startet somit das gewünschte Programm nicht von der lokalen Festplatte, sondern von diesem Server aus. Ein Vorteil eines solchen Servers ergibt sich z. B. beim Einspielen von Programm-Updates: diese Aktualisierungen müssen nur einmalig auf dem Server eingespielt werden, und können dann von diesem an die Clients verteilt werden. Häufig ist noch ein kleiner lokaler Installationsteil notwendig, bevor ein Programm zum Einsatz am Client kommen kann. Werden Programme direkt auf dem Server ausgeführt, spricht man von einem Terminalserver.
CD-ROM-Server Ein Rechner, der mit optischen Laufwerken (wie beispielsweise CD-ROM-Laufwerken) ausgestattet ist; dieser Rechner stellt dann die Inhalte der optischen Datenspeicher allen am Netz angeschlossenen Rechnern und Benutzern zur Verfügung.
Datenbank-Server Dieser Server arbeitet mit einem geeigneten Datenbankmanagementsystem (kurz DBMS), mit dem er grosse Datenbestände zentral zur Verfügung stellen kann, sodass mehrere Clients gleichzeitig mit diesen Daten arbeiten können.
File-Server Ein Server zum Speichern aller Daten, die von Benutzern erstellt wurden. Der Rechner, auf dem der File-Server läuft, ist meistens mit einer oder mehreren Festplatten mit großer Kapazität und hoher Zugriffsgeschwindigkeit ausgestattet.
Mail-Server Ein Server, auf dem für jeden Benutzer ein Postfach angelegt wird, sodass mit Hilfe dieses Servers über E-Mails kommuniziert werden kann.
Print-Server Dieser Server stellt zentral Drucker zur Verfügung und koordiniert eingehende Druckaufträge. Der Rechner, auf dem dieser Server läuft, ist meistens mit mehreren Anschlussstellen für mehrere Drucker ausgerüstet.
Proxy-Server Dieser Server bietet für alle Benutzer einen zentralen Zugang zum Internet an und verwaltet diesen.
Nameserver Ein Nameserver ist ein Server, der Namensauflösung anbietet. Namensauflösung ist das Verfahren, das es ermöglicht, Namen von Rechnern bzw. Diensten in eine vom Computer interpretierbare Adresse aufzulösen (z. B. www.matsh.ch in 80.74.141.34).
Die meisten Nameserver sind Teil des Domain Name Systems (DNS), das im Internet benutzt wird.

3.2 Betriebssysteme

Im Internet sind UNIX-ähnliche Open-Source Distributionen wie Linux oder FreeBSD die dominierenden Betriebssysteme unter den Servern, wobei Windows Server ebenfalls einen gewissen Anteil haben. Proprietäre Systeme wie beispielsweise macOS Server werden in sehr geringer Anzahl eingesetzt.